Auch wenn die absolute Anzahl der Verkehrstoten zurückgeht, stagniert die der getöteten Radfahrer:innen seit einigen Jahren und stieg zuletzt sogar wieder an. 2020 starben in Berlin 18 Radfahrer:innen.

Das Forschungsvorhaben widmet sich der Frage, wie der Diskurs über getötete Menschen im Straßenverkehr vor dem Hintergrund der Entstehung des Mobilitätsgesetzes in Berlin geführt wird.

Nach Hajer umfasst eine Diskurskoalition „(…) das Ensemble eines Sets von Story-Lines, die Akteure, die diese Story-Lines äußern und die Praktiken, denen diese Story-Lines entsprechen“ (Hajer 2004). Welche Akteur:innen bilden eine Diskurskoalition? Welche Story-Lines verbindet sie? In welchen Praktiken – zum Beispiel in den von Changing Cities e.V. (Berlin) initiierten Mahnwachen für getötete Radfahrer:innen – wird der Diskurs produziert, reproduziert und transformiert? Wer beteiligt sich am Diskurs, womöglich auch durch Schweigen?

Das Konzept des institutional work (Fuenfschilling und Truffer 2016) bietet dabei die theoretische Grundlage für die Argumentative Diskursanalyse (Hajer 2004). Es sollen Medien wie Zeitungsartikel, journalistische Kommentare, Beobachtungen von Gerichtsverfahren u.w. analysiert und gesichtet werden und die Erkenntnisse in Experteninterviews geprüft werden. Es wird davon ausgegangen, dass es im Zusammenhang mit der Entstehung des Mobilitätsgesetzes zu einer Verschiebung des Diskurses über getötete Menschen im Straßenverkehr gekommen ist.