Die Dissertation untersucht die Potenziale der Verkehrswende hin zu nachhaltigen Verkehrsträgern für die Neugestaltung der gebauten städtischen Umwelt. Da nachhaltige Verkehrsträger deutlich weniger Platz benötigen als der motorisierte Individualverkehr, könnten im Rahmen der Verkehrswende durch die Verlagerung auf Verkehrsträger wie ÖPNV, Radfahren, Zufußgehen und geteilte Mobilität, Flächen im städtischen Raum zurückgewonnen werden (Munshi, 2018). Um die Potenziale der Verkehrswende für alternative städtische Flächennutzungen zu ermitteln, wird eine Status-Quo-Analyse mit Hilfe eines Geo-Informationssystems (GIS) für den derzeitigen Flächenverbrauch durch Automobilinfrastruktur durchgeführt und die zukünftigen Flächeninanspruchnahmen je Autoinfrastruktur wie Tankstellen, Waschanlagen, Werkstätten, Autohäuser, Autoverleihe, Parkhäuser, Reifenhändler und Recyclinghöfe abgeschätzt. Anschließend werden die potentiell obsoleten Flächen der Automobilinfrastruktur durch eine Raumanalyse auf deren Nutzbarkeit für alternative Flächennutzungen wie Wohnen, Klimaanpassungsmaßnahmen und urbane Landwirtschaft hin überprüft. Bei der Raumanalyse wird z. B. der Zugang der Flächen zu öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, dem ÖPNV oder die Lärmbelastung untersucht, um die Nutzbarkeit der Flächen für die Schaffung von Wohnraum abzuleiten. Neben den bekannten Argumenten wie der Verbesserung der Luftqualität, der Reduktion der Emission von klimaschädlichen Gasen, der Inklusion im Verkehr sowie der Erhöhung der Lebensqualität, könnte die Verkehrswende durch diese Arbeit eine weitere Anspruchsgrundlage erhalten.